einladung 6.6.2018

Ich sehe so wie du nicht siehst – 6. Juni Tag der Sehbehinderten

von Joachim Haar

 

Der Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Brandenburg e.V. (BSVB)  begeht mit den Partnerverbänden in den anderen Bundesländern am 6. Juni den Tag der Sehbehinderten. Sehbehindert ist nicht blind. Es könnte sein, dass jemand mit diesen Sehproblemen gelegentlich mehr Schwierigkeiten hat als jemand der es wirklich nicht sieht.

 

Wir nutzen die Gelegenheit, an diesem Tag auf die Probleme und Bedürfnisse sehbehinderter Menschen aufmerksam zu machen. Bei vielen ist es von der Tagesform, von den Lichtverhältnissen, von den Kontrasten und von der Größe der Schrift abhängig, ob und wie sie

sehen können. Dabei macht es einem die Umwelt nicht gerade leicht. Schilder, die zu hoch hängen, mit zu kleiner Schrift, fehlenden Kontrasten, Tafeln, vor denen ausgerechnet eine Bank oder ein Papierkorb steht, Preisschilder, die viel zu klein gedruckt sind, Automaten, die man nicht bedienen kann, wenn man schlecht sieht. Heute kennt man zahlreiche Augenerkrankungen, über die früher niemand sprach. Diese Erkrankungen, wie z. B. die altersbedingte Makuladegeneration treten, vorwiegend bei den Menschen auf, die alt genug werden. Der altersgraue Star gehört zum Bild des älteren Menschen. Diabetiker, die schlecht sehen, werden heute dank neuer Medikamente und moderner Behandlungen viel älter als früher.

 

Moderne Technik macht es möglich. Eine Brille, die sprechen kann, öffnet ungeahnte Möglichkeiten. An der Brille ist eine kleine Kamera befestig. Diese fotografiert das Bild und mit Hilfe eines Smartphones wird das Bild in einen hörbaren Text umgewandelt. Wunderbar! Wo liegt das Problem? Bisher bezahlt nur eine Krankenkasse diese Brille, die mehr als 4000 Euro kostet. Es gibt Bildschirmlesegeräte, die den Text vergrößern und zugleich vorlesen. Leider muss man sich so etwas Schönes für mehr als 3500 Euro selbst kaufen. Ein iPhone oder ein Tablett ist in den Augen der Krankenkassen kein Hilfsmittel. Wie viele Jahre wird es dauern, bis sich eine Einsicht durchsetzt?

 

In Chemnitz, in Leipzig oder in Bonn gibt es an Bus und Straßenbahnhaltestellen neben der Schriftanzeige eine Sprachansage. Warum ist das in Deutschland kein Standart und lediglich vom guten Willen einzelner Menschen abhängig? In Gedankten gehen wir durch eine Einkaufszone und man kann über ein Smartphon hören, was es in diesem Laden gibt. Nicht selten stehen Menschen vor Geschäften oder auf Märkten vor Ständen und können nicht erkennen, was dort verkauft wird. Schon jetzt sind die leisen Autos für Menschen, die schlecht sehen, ein Problem. Man hört sie nicht oder erkennt sie zu spät.

 

Vielleicht wird mancher der das liest sagen, was sind das für Probleme? Gibt es auf der Welt nichts Wichtigeres? Schon möglich, aber für die Betroffenen ist das alles kein Spaß. Die Probleme der Menschen die schlecht sehen, werden weitestgehend missachtet. Angeblich ist alles weit weg. Erst wenn man selbst davon betroffen ist, erkennt man die Bedeutung der sogenannten Kleinigkeiten. Möge der Tag der Sehbehinderten dazu dienen, aufmerksam zu machen, mal zum Nachbarn zu schauen, vielleicht braucht gerade er Hilfe, weil er schlecht sieht.

 

Am 6. Juni lädt der Blinden-und-Sehbehinderten-Verband Brandenburg e.V. (BSVB) in der Zeit von 10.00 bis 14.00 Uhr alle Betroffenen und Interessierten zu einem Tag der offenen Tür ein. Sie finden uns in der Straße der Jugend 114, in Cottbus, gegenüber der Hauptsparkasse. Der Fahrstuhl bringt sie in die 4. Etage. Die Mitarbeiter halten für alle Besucher einen Imbiss bereit. Zu Gast ist die Firma Reinecker GmbH aus Berlin mit Herrn Heindel. Vorher anmelden ist günstig: 0355 22 549 oder e-Mail: bsvb@bsvb.de Wir freuen uns auf ihren Besuch. Probieren sie selbst eine sprechende Brille, Tablets oder Smartphon und andere Geräte aus.  

 

Wir stellen ihnen an diesem Tag die „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung“ EUTB und ihre Angebote vor.

 

 

 

 

 




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